Februar 21

Ist ein 3D-Drucker nur Spielzeug oder eine ernsthafte Anwendung?

7  Kommentare

Ein neues Gerät ist in unser Bastelzimmer eingezogen. Ein 3D-Drucker. Welcher genau und für was wir diesen einsetzen erfahrt ihr im Beitrag.

Schon länger lese ich die Roundups von Michael bei Mobiflip über 3D-Drucker.

Nachdem ich mich selbst mal bei den diversen Seiten über die Einsatzmöglichkeiten informiert habe, steht nun auch ein 3D-Drucker im Bastelzimmer.

Genauer ein Crealitiy Ender 3 Pro. Für was dieser bisher genutzt wurde, was er kostet und welche Modifikationen angebracht wurden, erfahrt ihr nun.

Crealitiy Ender 3 Pro

Die Wahl fiel nach einigen Recherchen auf ein günstiges Modell aus China. Aber nicht nur wegen des Preises zum Einstieg, sondern auch wegen den vielen Modifikationen und guten Bewertungen auf diversen Testseiten.

Je nach Shop und Angeboten kostet der Drucker zwischen 180 € und 260 €. Dazu kommt natürlich noch das Filament das pro Kilogramm zwischen 20 € und 40 € im Schnitt kostet.

Mit einem Kilogramm kann übrigens so einiges gedruckt werden.

Der Aufbau und Einstellen des Ender 3 Pro

Der 3D-Drucker kommt nicht komplett aufgebaut. Es muss also noch ein wenig Hand angelegt werden. Die mitgelieferte Anleitung ist leicht verständlich, dennoch habe ich auf ein YouTube Video zurückgegriffen.

In diesem wird der Drucker in Echtzeit aufgebaut. So hab ich das nebenher gleich direkt nachgebaut und bei Bedarf kurz auf Pause gedrückt.

Großes Handwerkliches Geschick ist dafür auch gar nicht nötig.

Nach dem Aufbau geht es dann zum Leveln. Das Druckbett, der Teil, auf dem der Druck platziert wird, sollte exakt ins Wasser gebracht werden.

Außerdem sollte der Nozzle (dort kommt das Filament raus), den richtigen Abstand zum Druckbett haben.

Auch das habe ich Anhand eines Videos erledigt.

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Druckdateien und Slicer Software

Soweit so gut. Jetzt benötigt man noch eine Datei, welche auch gedruckt werden kann. Dafür gibt es dutzende Anlaufstellen im Netz mit abertausenden Dingen.

Am bekanntesten ist sicherlich Thingiverse. Erinnert aber manchmal zu Stoßzeiten an Groundspeak. Die Seite ist nämlich nicht immer die schnellste.

Eine gute alternative dazu habe ich auf MyMiniFactory gefunden.

Nachdem eine Datei zum drucken herausgesucht wurde, muss diese noch durch ein Slicer Programm geschickt werden. Das bereitet diese für den 3D-Drucker entsprechend auf.

Ich nutze dafür Cura in der Version 4.4.1 unter Manjaro (Linux). Funktioniert einwandfrei.

Nach der Installation stellt man seinen 3D-Drucker ein und kann eigentlich damit schon loslegen. Ein paar Feineinstellungen sollten aber dennoch vorgenommen werden.

Je nach verwendetem Filament kann die Temperatur für das Druckbett sowie für den Extruder angepasst werden.

3D-Druck Filamenteinstellungen

Die meisten Filamenthersteller geben aber dazu ein paar Daten mit, oder ihr bekommt diese Infos auch auf Thingiverse in den Kommentaren.

Sobald das alles erledigt wurde drückt man den Button Slice und erhält eine Datei mit der Endung *.gcode welche dann mittels SD-Karte auf den 3D-Drucker übertragen wird.

Erste Testdrucke mit dem Creality Ender 3 Pro

Für die ersten Drucke habe ich extra kleine Objekte herausgesucht. Etwas Praktisches. Einen Einkaufswagenchip für den Schlüsselanhänger.

3D-Drucker Creality Ender 3 Pro Einkaufswagenchip

Kennt ihr sicher. Damit wird keine Münze mehr benötigt und der Einkaufswagenschip kann direkt wieder herausgezogen werden.

Der Erste Test und auch weitere mit größeren Objekten haben also wunderbar geklappt.

Modelle selbst entwerfen

Irgendwann möchte man auch selbst etwas entwerfen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Von der professionellen 3D-Software bis zu der einfacher zu bedienenden Variante ist alles möglich.

Bisher habe ich folgende Programme ausprobiert:

  • Tinkercad einfach zu bedienende Online Software
  • OpenSCAD bei diesem Programm sollte man sich etwas tiefer in die Materie einarbeiten, ideal zum anpassen bereits vorhandener Objekte. Erhältlich für Linux, OSX und Windows.
  • Thingiverse Customizer mit dem Customizer von Thingiverse lassen sich einfach schon vorhandene Modelle an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Funktioniert einwandfrei mit diversen Stopfen, Clips usw.
    Auf diversen Einkaufswagenchips kann hiermit auch der eigene Name eingefügt werden.
3D Druck Personalisierter Einkaufswagenchip

Schwierigkeiten bei Holzfilament

Bis Ramona den Wunsch äußerte, dass sie gerne einen Groot (Figur aus Guardians of the Galaxy) hätte, funktionierte alles sehr gut.

Dieser sollte mit Holzfilament gedruckt werden. Also haben wir eines bestellt und gedacht man kann damit dann einfach losdrucken.

Reibekuchen.

Schon nach kurzer Zeit war das Nozzle verstopft. Auch ein komplett sauberes war nach ein paar Bahnen schon wieder zu. Nach kurzer Recherche fand ich heraus das für das Holzfilament größere Nozzles notwendig sind.

Bei der Gelegenheit hab ich mir gleich ein ganzes Set bestellt. Das reinigen ist nämlich nicht ganz so einfach. Die “Düsen” können zwar ausgebrannt werden, aber so richtig sauber werden die auch nicht mehr.

Modifikationen

Der Drucker ist von Haus aus schon echt gut ausgestattet und kann so verwendet werden wie er geliefert wird.

Trotzdem wurden einige Modifikationen vorgenommen. Die meisten können selbst gedruckt werden wie z.B. die Führung des Filaments oder Kabelabdeckungen.

Das mitgelieferte Druckbett habe ich durch eines aus Glas getauscht. Die Drucke lassen sich darauf viel leichter entfernen. Außerdem wurde ein anderer Extruder (aus Aluminium) eingebaut.

Kosten und Bezugsquellen

Kommen wir zu den Kosten für den 3D-Drucker, dem von mir verwendeten Filament und dem weiteren Zubehör.

Drucker und Zubehör

Den Drucker gibt es in verschiedenen Shops zwischen 180 € und 270 €.

Creality Shop
Creality Ender 3 Pro auf Amazon*

Das Glasbett, den Extruder und das Set mit verschiedenen Nozzles habe ich auf Amazon bestellt:

Glasdruckbett Ender 3 Pro* (zwischen 15 € und 30 €)
MK8 Extruder für Ender 3 Pro* (um die 14 €)
Nozzle Set mit verschiedenen Größen* (um die 12 €)

Diverse Filamente

Bisher habe ich folgende Farben: Schwarz, Weiss, Gelb, Orange und Holzfilament.

Schwarz, Weiss und Gelb habe ich direkt mit dem 3D-Drucker im Creality Shop bestellt. Kostet so um die 26 € pro Rolle, auf der jeweils ein Kilogramm ist.

Doch Vorsicht: Wenn ihr das zusammen mit dem 3D-Drucker bestellt ist das Filament 1 – 2 Wochen länger unterwegs.

Das Orange und auch das Holzfilament habe ich bei Amazon geordert:

Eryone Filament Orange* (um die 20 € pro Rolle)
Eryone Holzfilament* (um die 30 € pro Rolle)

Zufrieden bin ich bisher sowohl mit dem Filament von Eryone als auch dem von Creality.

Anwendungsgebiete 3D-Druck

Kommen wir zu den Anwendungsgebieten. Die sind so gut wie grenzenlos. Ich entdecke beinahe täglich neue Anwendungsgebiete. Aber nun zu den Dingen wie wir ausprobiert haben. Ganz zu Beginn gab es auch ein paar Spielereien quasi als Probedruck.

Für den Alltag

Der erste Druck war ein ganz kleines Objekt. Ein Einkaufswagenchip den man wieder herausziehen kann.

Dauert nur ein paar Minuten zu drucken und ist ideal für einen ersten Test.

Weiter oben habe ich schon ein Bild davon veröffentlicht.

Links zu Thingiverse:

Neben einem SD-Kartenhalter wurden eine Aufbewahrung für Batterien, eine Visitenkartenbox sowie Clips für Gewürzbeutel gedruckt.

Spielereien

Natürlich probiert man auch ein paar Spielereien mit dem 3D-Drucker aus. Darunter waren unter anderem der Baby Groot Air Plant Planter für die Frau, eine Stormtrooper Ventil Kappe für das Fahrrad, eine Albert Einstein Büste sowie eine Signalpfeife mit über 118 db.

Werkstatthelfer

Bisher habe ich Halterungen für die Makita Akkus gedruckt und diverse Schleiftools.

Jetzt folgen noch einige Projekte für die Oberfräse wie z. B. eine Kreisschneidevorrichtung, ein Oberfräsenlift und vielleicht sogar die Mostly Printed CNC.

Fotografie

Selbst für die Fotografie gibt es massig Anwendungsmöglichkeiten. Von Objektivdeckeln über Tilt-Shift Adapter bis hin zu Lichtformern für Blitze ist wirklich alles zu finden.

Da werde ich mir auch noch das ein oder andere Helferlein drucken.

Imkerzubehör

Ja, auch für Imker gibt es einiges zu finden. Ich habe mir Halterungen gedruckt mit welchen man die Rähmchen bei einer Durchsicht direkt an die Beute hängen kann.

Somit braucht man sie nicht unbedingt irgendwo zur Seite stellen und verhindert ein umfallen.

Geocaching

Auch wenn wir jetzt nur noch gaaaanz ganz wenig zum Geocachen gehen, haben wir mal geschaut was es auf Thingiverse so interessantes gibt.

Folgendes haben wir gefunden:

Das ist nur eine ganz kleine Auswahl davon. Für diverse Garmin GPS Geräte gibt es auch Erweiterungen wie z. B. Fahrradhalterungen und ähnliches.

Fazit

Wir kratzen gerade mal an der Oberfläche des möglichen was ein 3D-Drucker ermöglicht. Vom einfachen Ersatzteil für diverse Geräte bis zu kompletten Maschinen wie z. B. die Mostly Printed CNC ist alles möglich.

Habt ihr auch einen 3D-Drucker oder wollt ihr Euch evtl. einen anschaffen? Teilt uns Eure Erfahrungen in den Kommentaren mit.

Herzliche Grüße

Jochen & Ramona

*Amazon Affiliate Link


Tags

3d-drucker, creality, ender, filament, Geocaching


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  • Moin!
    Ja, ich habe seit Freitag den Artilllery Sidewinder X1 über Gearbest zu 370€
    Es ist sehr witzig, die Parallelen im vorgehen zu sehen.
    Ich habe auch erstmal einige kleine Dinge gedruckt. Aber auch sehr Materialfressende wie einen Frästisch-Höhenmesser oder einen Knauf für die PBD-40.
    Als Slicer nutze ich ebenfalls Cura in der Version 4.5 für MacOS. Filament gab es erstmal ne Rolle PLA von Verbatim bei Conrad, da das BioFusion von Extrudr nicht rechtzeitig da war.
    Die schier unerschöpfliche Datenbank von Thingiverse gibt erstmal genug Zeit um sich in die Marterie der Konstruktion einzulesen.

    • Aus welchem Grund hast du dich für das BioFusion entschieden?

      Gibt ja gefühlt tausend verschiedene Filamente und ebenfalls tausend
      verschiedene Meinungen zu dazu.

  • Moin.

    Nach langem Überlegen und Abwegen habe ich mir gestern einen Anycubic Mega Pro bestellt.
    Der kommt schon direkt mit Glasheizbett, Extruder auch für PTE, Z-Achse mit zwei Spindeln und schon den leisen Motortreibern.
    So kann man sich einige Tuningausgaben schon sparen.
    Die Lüfter sind dann noch ein Projekt, aber das höre ich mir erst mal an.

    Als Slicer habe ich mir Cura schon mal auf den Mac gepackt und zum Konstruieren werde ich wohl Fusion 360 von Autodesk nutzen, ist gratis für private Nutzung (wenn ich das richtig verstanden habe).

    Bin gespannt, was ich so alles drucken werde?

    • Hallo Stefan,

      da fällt dir sicherlich einiges ein. Ist der 3D-Drucker erst mal eingezogen und die
      ersten Einstellungen getätigt kann es losgehen. Derzeit drucke ich gerade eine Halterung
      für die Webcam. Diese soll mal zum Überwachen des 3D-Druckers dienen über die Ferne.
      Du wirst sicherlich fündig bei den Drohnen oder auch beim Fotozubehör.

      Viele Grüße

      Jochen

      • Auf jeden Fall. Außerdem kann ich so mal wieder ins CAD reinschnuppern und alte Kenntnisse auffrischen. Ich hätte auch Lust eine Mostly Printed CNC Maschine zu bauen 😀

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