Februar 23

Nitecore Chameleon CU6 angetestet. Eierlegende Wollmilchsau oder Spielerei?

1  Kommentare

Für den Geocaching Shop Zecken und Dornen habe ich letztes Jahr schon die Led Lenser P7.2 getestet. Florian hat mich wieder angeschrieben und gefragt, ob ich nicht Lust habe, die Nitecore Chameleon CU6 zu testen.

Von der Lampe habe ich bis dato nichts gehört und mich deswegen erst mal auf der Webseite von Nitecore etwas schlauer gemacht. Der Funktionsumfang hörte sich nach der Eier legenden Wollmilchsau für Geocacher an. Also war mein Interesse geweckt und ich habe zugesagt.

Verpackung

Verpackt ist die Nitecore Chameleon CU6 in einer frustfreien Pappschachtel, die auch das mitgelieferte Zubehör enthält. Völlig ausreichend, da die Verpackung ja ohnehin nach dem auspacken in die Tonne kommt. Zumindest handhabe ich das so.

Lieferumfang

Die Nitecore Chameleon CU6 wird mit einem stabilen Holster aus Cordura, 2 x CR123 Batterien, Handschlaufe, 2 Ersatzdichtringen, 1 Ersatz Gummidichtkappe für den hinteren Schalter, einem titanbeschichtetem Metallclip und einem Tactical Ring geliefert. Eine Bedienungsanleitung auf Deutsch ist natürlich auch enthalten.

Technische Daten

Bei den technischen Daten wird nun klar werden, warum ich an Eierlegende Wollmilchsau denke. Neben dem weißen LED Licht besitzt die Nitecore Chameleon CU6 nämlich auch noch eine UV-LED mit 365 nm Wellenlänge sowie farbige LEDs.

Technische Daten

Länge: 143 mm

Gewicht: 138g

Material: HIII anodisiertes Luftfahrtaluminium

Durchmesser Lampenkopf: 40 mm (an der dicksten Stelle)

Energieversorgung: 1 × 18650 oder 2 x CR123 oder 2 x RCR123

LED: Cree XP-G2 LED + 365 nm 3Watt LED + 2 LEDs für rotes/grünes/blaues Licht

Leuchtweite: 190 m (Herstellerangaben)

Lumen: 440 (Herstellerangaben)

Wasserfest: IPX8

Funktionen

Wie schon weiter oben geschrieben besitzt die Taschenlampe neben der weißen Haupt-LED auch noch eine für UV-Licht und zwei mehrfarbige LEDs.

Es gibt drei Schalter an der Nitecore CU6. Einen Ein- und Ausschalter am Lampenende (Heckschalter) und zwei Schalter (Side-Switch) am Lampenkopf.

Einer davon schaltet die Helligkeit der weißen LED, der andere ist für das UV-Licht und die Farb-LEDs. Die Lampe merkt sich den zuvor eingestellten Leuchtmodus und startet wieder mit diesem. Folgende Leuchtmodi sind in der Bedienungsanleitung angegeben:

Weiße LED

Die weiße LED, eine XP-G2, ist mit 5 Schaltstufen belegt. Es beginnt mit 1 Lumen und kann dann in 5 Stufen bis 440 Lumen durchgeschaltet werden.

Leuchtstufen

  • 1 Lumen/400h
  • 25 Lumen/43h
  • 160 Lumen/7h
  • 280 Lumen/3h 30 min
  • 440 Lumen/1h 45 min

UV-LED

Eine UV-LED mit 365 nm Wellenlänge (3W). Das ist schon etwas Besonderes, denn die meisten UV-Lampen haben eine Wellenlänge, die über 365 nm liegt.

Aber wofür benötigt man so etwas? Habe ich mich zunächst auch gefragt und mich dann mal ein wenig schlauer gemacht. Es wird z.B. zum überprüfen der Sicherheitsmerkmale auf Ausweisen und Geldscheinen benötigt.

Wer jetzt denkt, das geht auch mit einer handelsüblichen UV-Lampe hat sich gewaltig geirrt. Es gibt nämlich sehr wohl Sicherheitsmerkmale, die nur in einem bestimmten Spektrum sichtbar werden, wie folgendes Bild zeigt.

UV Licht Vergleich

Vor allem die roten Melierstreifen (so heißen die kleinen farbigen Striche) auf den Geldscheinen sieht man deutlicher und auch die Sterne erstrahlen kräftig. Auf dem Personalausweis sieht das dann so aus:

UV Licht Vergleich Personalausweis

Es gibt also einen deutlichen Unterschied zum „normalen“ UV-Licht, das normalerweise verbaut wird.

Mehrfarb LED

Neben dem UV-Licht sind noch zwei Multicolor LEDs verbaut, die rot, grün und blau können. Auf Grün und Blau könnte man gerne verzichten, zumindest würde ich das nicht benötigen.

Die rote Lampe eignet sich hervorragend als Nacht- oder Orientierungslicht. Das Auge gewöhnt sich nämlich sehr viel schneller wieder an die Dunkelheit, wenn man rotes Licht verwendet.

Das hängt mit dem Pigment Rhodopsin zusammen, das im Auge bei Nacht gebildet wird. Bei weißem Licht wird das Pigment zügig abgebaut. Bei rotem Licht nicht. Anwendungsgebiet z.B. beim Jagen und Fischen, wenn man sich schnell wieder an die Dunkelheit gewöhnen muss.

Instant Turbo/Ultraviolett Modus

Hält man in ausgeschaltetem Zustand einen Side-Switch gedrückt und schaltet dann ein gelangt man direkt in den Turbo-Modus mit 440Lumen oder eben in den UV-Licht Modus, je nachdem welchen der beiden Schalter man gedrückt hält.

Strobe, Beacon, Signal Modi, Police Warning

Wenn man bei eingeschalteter Lampe den linken Side-Switch für mehr als eine Sekunde gedrückt hält, kann man zwischen Strobe (Stroboskop), Beacon (Blitzlicht) oder Signal (SOS-Signal) wechseln. Beim rechten Side-Switch aktiviert man so das „Police Warning Signal“, das einfach die rote und blaue LED abwechselnd blinken lässt.

Nitecore

Handhabung

Als ich die Lampe das erste mal sah, fiel mir der große Lampenkopf auf. Dieser kommt aber in natura gar nicht mal so globig raus und ist nur unwesentlich größer als der von der Led Lenser P7.2. Was etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die verschiedenen Schalter.

Die Lampe liegt gut in der Hand und wie man es eben von anderen gewohnt ist, schaltet man am Heckschalter ein.

Bei Dunkelheit sind die zwei am Lampenkopf angebrachten Schalter nur kompliziert zu finden. Mit Handschuhen dürfte das noch eine ganze Ecke schwieriger werden.

Wenn man sich angewöhnt, die Lampe aber nicht im 1 Lumen Modus zu lassen, ist das kein Problem mehr.

Praxistest/Video

Wie auch schon im Test von der Led Lenser P7.2 habe ich auch dieses Mal wieder ein animiertes Gif erstellt, dass die verschiedenen Helligkeiten der weißen LED darstellt:

Belichtung 1sec, f1/8, ISO 400 bei allen Aufnahmen, Abstand zum angeleuchteten Baum ca 70m

Eine kleine Übersicht der verschiedenen Funktionen bei Nacht habe ich in einem kleinen Video festgehalten.

Fazit

Ich persönlich bin ja ein Fan von fokussierbaren Lampen. Mit dem Ausstattungsumfang den die Nitecore Chameleon CU6 mitbringt kann ich mich aber anfreunden. Die Lampe liegt gut in der Hand, lässt sich gut bedienen und ist einwandfrei verarbeitet. Zudem macht sie ordentlich Licht, das auch angenehm im Nahfeld ausleuchtet.

Die Schalter am Lampenkopf sind für mich ein großes Minus. Sie sind wirklich schwierig zu fühlen, was aber sicherlich auch bauartbedingt so ist, denn die Lampe ist ja wasserdicht. Besonders gut gefällt mir der 1 Lumen Modus und dass die Lampe sich die vorherige angewählte Einstellungen merkt. Die rote LED wird von mir sicherlich auch öfters genutzt.

Ob die Nitecore jetzt eine Eierlegende Wollmilchsau ist oder nicht sollte jeder für sich selbst entscheiden. Dazu sind die Anforderungen wohl zu unterschiedlich. Dem einen fehlt noch ein Laserpointer, dem anderen ist sie zu groß. Was auch ein Manko sein dürfte wäre der Preis, der mit 119,- Euro sicherlich nicht preiswert ist. Erhältlich ist die Lampe natürlich im Shop von Zecken und Dornen von dem sie mir freundlicherweise zum Test zur Verfügung gestellt wurde.

Nitecore Chameleon CU6 bei Amazon kaufen*

Wie immer können Geocacher und Interessierte aus dem Raum Neu-Ulm/Ulm die Lampe bei mir ausleihen. Wer kauft sich schon gerne eine Katze im Sack 8) Wer jetzt noch Fragen zu der Lampe hat, immer her damit.

* Amazon Affiliate Links


Tags

Geocaching, nitecore, taschenlampe, test


Weitere Beiträge

Adventskranz aus Restholz

Adventskranz aus Restholz
  • Sehr gute Revision und Bilder und ich halte es fuer eine selbige Sau.

    Habe seit Anfang der Woche das CI6 (baugleich? sieht genauso wie das Ihrige)
    von
    https://www.knivesandtools.de/de/pt/-nitecore-ci6-chameleon-set.htm
    und wegen ein paar guten Extras ein wenig teurer.

    Werde damit nachts auf Rattenjagd mit dem Luftgewehr gehen da die meine Kueken fressen.

    Aber trotz des Preises ein ganz lausiges schwer lesbares Manual voellig ohne Bilder. Daher habe ich im Web gesucht und bin auf Ihre Seite gestossen und nun schon allein dankbar die LED’s auseinander halten zu koennen.

    Nur der Satz „Wenn man sich angewöhnt die Lampe aber nicht im 1 Lumen Modus zu lassen ist das kein Problem mehr.“ erschliesst sich mir sowohl bez. Handhabung aber auch so nicht. Wieso sollte man sich das zudem angewoehnen wollen bzw. fuer was ist das denn gut?

    Mit freundlichem Gruss

  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    >