Februar 28

Urlaub mit dem Micro Camper in der Tschechischen Republik

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Es muss nicht immer eine Flugreise in Ferne Länder sein. Europa hat auch einiges zu bieten. Vor allem unser Nachbarland Tschechien.

Im letzten Beitrag haben wir Euch erklärt wie wir diesen Urlaub geplant haben. Heute nehmen wir Euch mit in die Tschechische Republik. Eins vorweg: Wir waren dort nicht das letzte Mal.

Urlaub in Tschechien

Wir hatten eine Woche Zeit und wollten unbedingt ein paar bestimmte Dinge wie z.B. das Sedlec Ossarium und auch die Hauptstadt Prag sehen. So haben wir dann unsere Route bestmöglich ausgearbeitet.

Die Option zum Ändern und anpassen haben wir ja grundsätzlich immer, wenn wir mit dem Micro Camper unterwegs sind. Also ist es nicht so starr wie es sich vielleicht anhört. Wenn es uns irgendwo ganz gut gefällt, bleiben wir durchaus auch mal länger und verzichten dafür auf etwas anderes.

Informationen zum Land

Zunächst gibt es mal ein paar grundsätzliche Informationen zum Land.

Tschechische Republik

Hauptstadt: Prag
Einwohnerzahl: 10.637.794 (September 2018)
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner pro km²
Währung: Tschechische Krone (CZK)
Spritpreise: günstiger als in Deutschland

Geld abheben

Geld am besten am Automat abheben und auf die Umrechnung in Euro verzichten. Sonst habt ihr nämlich bis zu 10 % schlechtere Umrechnungskurse. An Tankstellen immer betonen das man in tschechischen Kronen zahlen möchte (bei Kartenzahlung).

Tag 1 Marienbad

Wir sind am Freitag losgefahren. Erstes Ziel war Marienbad, weil am nächsten Tag die Geisterkirche auf dem Plan stand. Dort angekommen waren wir erst mal begeistert über die Möglichkeit seinen Parkplatz per App zu zahlen.

Marienbad Kollonade
Kollonade Marienbad

Zwischendurch sind wir zum Mittagessen in ein Restaurant gegangen. Zwei Hauptgerichte mit zwei Getränken kosteten inkl. Trinkgeld 20 €. Dafür bekommt man in Deutschland oft nur Essen für eine Person.

Singende Fontäne
Singende Fontäne Marienbad

Gegen Abend haben wir dann unseren ruhigen Übernachtungsplatz am See angefahren.

Tag 2 Geisterkirche in Luková

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann langsam weiter.

Wir hatten ja noch genügend Zeit, bis die Geisterkirche ihre Pforten öffnet.

Unterwegs wurde immer mal wieder angehalten, um seltsame Installationen zu begutachten

Bestimmt nicht alle Tassen im Schrank

oder auch vor extrem stinkenden Langhaarziegen zu flüchten

Stinkende Ziegen

Der Gestank war so fürchterlich, der hing noch eine ganze Zeit lang in der Nase fest.

In Manětín haben wir dann einen kurzen Halt gemacht, um Mittag zu essen und leckere regionale Dinge vom örtlichen Tante-Emma-Laden einzukaufen. Wieder sehr günstig übrigens.

Danach ging es direkt weiter zur Geisterkirche. Eigentlich hatten wir uns vorgestellt dort so ziemlich alleine zu sein. Die Vorstellung und die Wirklichkeit klafften aber ziemlich auseinander. Ganze Horden waren eingefallen, um ein paar Fotos von den Gipsfiguren zu machen.

Überraschenderweise kamen uns erst mal bekannte Geocacher aus unserer Heimat entgegen. Claudia und Sandra waren mindestens genauso überrascht wie wir. (Team clasan bei Geocaching.com)

Nach einem kurzen Plausch ging es dann ins Innere, um zu fotografieren. Die Kirche wurde vom Künstler Jakub Hadrava mit den Gipsgeistern ausgestattet. Durch die Spendeneinnahmen soll die Kirche renoviert und erhalten werden.

Geisterkirche in Luková

Für die Nacht haben wir uns einen Campingplatz in der Nähe von Karlsbad herausgesucht. Ein Platz zum frei stehen wäre zu weit weg gewesen. Gezahlt haben wir dort knapp 9 € für 1 Auto mit 2 Personen. Duschen kosteten extra pro Person 2 €.

Abendessen auf dem Campingplatz

Tag 3 Karlsbad

Der Tag begann mit Regen. Nach dem Frühstück im Pavillon auf dem Campingplatz ging es Richtung Karlsbad. Wir fuhren über eine der ältesten Holzbrücken in Mitteleuropa. Natürlich haben wir auch den Cache dort gemacht: Most Radosov

In Karlsbad angekommen, fuhren wir direkt ins nächstbeste Parkhaus. Vor dort ging es etwas bergab und dann mitten ins Herz von Karlsbad.

Trotz des leichten Nieselregen, oder vielleicht gerade deswegen, war es sehr angenehm durch Karlsbad zu flanieren. Die Architektur ist wunderschön und es gibt sehr viel zu entdecken.

Karlsbad
Karlsbad

Die “Schnabeltassen” für die 16 Mineralquellen in Karlsbad haben wir uns auch zugelegt. An allen haben wir nicht probiert und einige waren definitiv gewöhnungsbedürftig.

Die Tassen werden übrigens deswegen verwendet, weil das Wasser die Zähne färben kann und weil teilweise über 70 °C heißes Wasser aus den Quellen kommt.

Schnabeltasse Trinkbecher Mineralquellen Karlsbad
Schnabeltasse

Zwischendurch haben wir eine Kaffeepause im Café Elefant eingelegt. Das Café existiert seit ca. 1750 und wurde von unzähligen Prominenten wie z.B. Goethe, Beethoven und der österreichischen Kaiserin Sissi aufgesucht. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen 😉

Wir wurden nicht enttäuscht. Das Ambiente war nobel und der Kaffee lecker.

Im Anschluss daran ging es weiter zur Standseilbahn Diana, mit der wir dann nach oben gefahren sind. Leider war die Sicht vom Aussichtsturm nicht besonders gut.

Einen besseren Ausblick gab es danach im Restaurant Diana, nämlich direkt in die Schüssel aus Brot. Diese war mit leckerer Gulaschsuppe gefüllt.

Gulaschsuppe im Brottopf
Gulaschsuppe im Brottopf

Für das Mittagessen, also zweimal Gulaschsuppe + 2 Getränke, haben wir 13 € inkl. Trinkgeld bezahlt.

Anschließend ging es abermals auf den Aussichtsturm, um den Virtual zu machen, den wir zuvor vergessen hatten. Logbedingung war ein Bild.

Im anhaltenden Regen sind wir dann noch ein wenig durch Karlsbad geschlendert. Ein paar Mineralquellen wollten wir noch testen.

Da der Regen nicht aufhören wollte, beschlossen wir dann doch weiterzufahren auf unseren nächsten Übernachtungsplatz kurz vor Prag.

Übernachtungsplatz See
Wunderschöner Übernachtungsplatz

Mit dem Platz hatten wir richtig Glück. Sogar die Sonne kam noch raus, als wir hier ankamen. Nur noch zwei andere Autos, von Fischern, standen auf dem Parkplatz. In der Nähe haben wir sogar ein Restaurant entdeckt, das wir zu Fuß erreichen konnten. Perfekt also.

Allerdings sind wir dann sprachlich an unsere Grenzen gestoßen. Mit Englisch kam man nämlich im Hospudka “Na Hristi” nicht weiter. Nicht mal die jüngeren Leute, die dort waren, sprachen ein Wort Englisch. Irgendwie konnten wir uns aber trotzdem darauf verständigen was wir wollten.

Das nachgooglen der Wörter Nakl. Hermelin und Klobása ergab für uns ganz brauchbare Gerichte. Es handelt sich beim Hermelin nämlich nicht um das gleichnamige Tier, sondern um in Öl eingelegten Weichkäse, welcher mit Knoblauch gespickt ist. Klobása ist eine Art Bratwurst.

Beides war sehr lecker, auch wenn wir danach eine Knoblauch Fahne hatten, die sicherlich mehrere Kilometer gegen den Wind zu riechen war.

Glücklicherweise haben wir zwischendurch mal ein Blick auf den Regenradar geworfen. Eine richtig dicke Regenwand kam auf uns zu. Also schnell gezahlt und auf ging es zum Auto.

Auf dem Weg dorthin kam schon Wind auf und wir haben es gerade noch ins Trockene geschafft bevor der Platzregen runterging.

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Tag 4 + 5 Prag

Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter nach Prag. Wir hatten uns im Vorfeld einen Campingplatz herausgesucht in direkter Nähe zur Straßenbahn.

Dort angekommen wurden wir gleich mit allerlei Informationen versorgt. Sogar Fahrkarten für die Straßenbahn konnte man dort direkt erwerben.

Nach dem Parken ging es deshalb direkt nach Prag. Wir wollten diverse Kunstwerke von David Černý anschauen und natürlich auch auf die berühmte Karlsbrücke.

Unsere Sehenswürdigkeiten, die wir in Prag anschauen wollten, haben wir zuvor in der Google Karte markiert. So war es einfach eine geeignete Tour zu finden.

Am ersten Tag hielten wir uns in der Altstadt auf und am zweiten ging es zur Prager Burg. Ein paar Bilder gibt’s nachfolgend zu sehen:

Prag Tag 1 Bilder

Prag Tag 2 Bilder

Goldenes Gässchen
Ein kleiner Tipp zum Goldenen Gässchen. Das kostet normalerweise Eintritt. Ab 17 Uhr ist es kostenlos. Erfährt man fast nirgends.

Nach zwei Tagen Prag, sehr vielen Touristen und vielen geschossenen Fotos, ging es von der goldenen Stadt weiter in die silberne Stadt.

Tag 6 Kutna Horá

Auf dem Programm stand der Dom der heiligen Barbara und ein wenig bummeln durch die Straßen von Kuttenberg, so heißt die Stadt auf Deutsch.

Das Sedlec Ossarium haben wir uns für den nächsten Morgen aufgehoben.

Zuvor haben wir uns aber den Übernachtungsplatz kurz angeschaut. Der lag auf einem kleinen Hügel auf dem auch eine Ruine stand.

Ruine am Übernachtungsplatz

Als dieser ausgiebig erkundet und für geeignet befunden wurde, ging es weiter nach Kutna Horá. In der Zwischenzeit war es Mittag und wir hatten Hunger. Wir haben uns dann “Stonehenge” als Plätzchen für die Mittagspause ausgesucht, mit Blick auf den Dom der heiligen Barbara.

Mittagspause bei Stonehenge

Danach ging es weiter zum Dom. Einen kostenlosen Parkplatz fast für uns alleine gab es in der Nähe in einer riesigen Halle. Von dort aus konnten wir dann gemütlich durch die Gassen von Kutna Horá schlendern.

Im Gegensatz zu Prag ist es hier doch sehr ruhig gewesen. Sehr angenehm. Gegen Spätnachmittag sind wir dann auf unseren Übernachtungsplatz gefahren, um dort gemütlich Kaffee zu trinken und den Ausblick zu genießen. Natürlich haben wir dort auch nochmals die Ruine ausgiebig erkundet.

Tag 7 Sedlec Ossarium

Schon ziemlich früh kochte heute das Wasser für den Kaffee. Auf dem Campingplatz in Prag haben wir nämlich den Tipp bekommen das Ossarium auf jeden Fall direkt um 8 Uhr zu besuchen. Schon ab 9 Uhr kommen die ganzen Touristenbusse aus Prag. Dann ist es aus mit der Ruhe und vor allem mit dem Fotografieren.

Der Tipp war Gold wert. Wir waren die erste halbe Stunde wirklich komplett alleine im Ossarium. So konnten wir die 40.000 Skelette bzw. die Knochen davon begutachten. Diese sind teilweise künstlerisch angebracht, als Kronleuchter oder Wappen. Aber da sind ein paar Bilder sicherlich imposanter als eine Beschreibung:

Im Anschluss daran haben wir dann geschaut was auf dem Weg zu unserem letzten Übernachtungsplatz liegt. Wir wurden auf Google Maps fündig. Schloss Zámek lag auf dem Weg und ein Aussichtsturm mit Restaurant sowie einer kleinen Kirche.

Im großen Garten des Schlosses haben wir dann erneut einen schönen Spaziergang unternommen. Nach einer guten Stunde sind wir dann zum Aussichtsturm Pipalka gefahren.

Der Turm hatte aus unerfindlichen Gründen zwar geschlossen, aber das Restaurant geöffnet. Dort gab es dann erst mal eine kleine Stärkung.

Mittagessen

Im Anschluss haben wir uns noch das umliegende Gelände etwas erkundet und einen schönen Verdauungsspaziergang unternommen, bevor es zum Übernachtungsplatz ging. Nachdem uns dieser sehr gut gefallen hat, ging es ins nächste Örtchen, um noch etwas einzukaufen.

Den Abend haben wir dann mit einem grandiosen Sonnenuntergang am See ausklingen lassen.

Tag 8 Krumau

Der Tag der Heimreise. Doch Krumau wollten wir noch anschauen. Man merkt, das die Ortschaft in Grenznähe liegt. Es war sehr viel los. Wir haben uns die Mantelbrücke angeschaut und sind ein wenig durch die Straßen gebummelt.

Mantelbrücke in Krumau

Als uns der Trubel zu viel wurde, haben wir uns in ein ruhiges Lokal an der Moldau verzogen und die Seele ein wenig baumeln lassen. Nebenher konnten wir so einem Fliegenfischer zusehen und einer Gruppe von Kajakfahrern.

Gegen Mittag haben wir dann entschlossen den Heimweg anzutreten.

Na shledanou!

Das ist tschechisch und heißt übersetzt: Auf Wiedersehen!

Uns hat es in der Tschechischen Republik sehr gut gefallen. Wir kommen wieder. Beim nächsten Besuch werden wir uns wohl mehr auf die Naturparks und Biere konzentrieren. In letzterem kann man nämlich auch baden.

Seid ihr schon mal in Tschechien gewesen oder habt es nun vor? Eure Antworten würden uns interessieren.

Herzliche Grüße

Ramona & Jochen


Tags

Geocaching, google-maps, karlsbad, park4night, tourplanung


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